Die Entwicklung der Kommunikation bis zum Smartphone

Wo Menschen sind, da besteht auch Kommunikation. Zuerst waren es nur Mimik, Gestik und Sprache, die zur zwischenmenschlichen Verständigung beitrugen. Doch schon im alten Afrika vor rund 6.000 Jahren gab es erste Ansätze zum Senden von Botschaften über weite Distanzen – per Trommelschlag. Darüber sind wir technisch längst hinweg, doch der Weg war lang und steinig.

Wahrscheinlich waren es die Ägypter, die erste Kurierdienste durchs Land sendeten, um Informationen zu verbreiten. Die schnellen Boten trugen Schriftrollen mit sich, die sie am Zielort entweder aushändigten oder vorlasen. Das war vor ungefähr 4.400 Jahren. Unterwegs bis zum Mittelalter hatten die Menschen darüber hinaus noch einige Ideen mehr, wie die Fernkommunikation gelingen kann. Dazu gehörten auch Rauchzeichen, zuerst geschichtlich belegt als Verständigungsmittel entlang der großen Chinesischen Mauer, immerhin 200 Jahre vor Beginn unserer Zeitrechnung. Die erste Zeitung ließ von da an nicht mehr lange auf sich warten, der Herausgeber war Julias Cäsar, der Zeitpunkt 59 Jahre vor 0. Historiker sind sich nicht ganz einig, ob die römische "Acta Diurna" auf Tafeln oder Papyruszettel geschrieben wurde, jedenfalls erschien das Nachrichtenbulletin über längere Zeiträume täglich.

Long-Distance-Communication von der Taube bis zum Telegrafen

Mit Brieftauben ließen sich Einzelnachrichten senden, der ägyptische Sultan Nur Ad-Din legte sich im 12. Jahrhundert ein ganzes Taubenpostsystem zu. Damit wurde er Teil eines Trends, der bis in das 20. Jahrhundert hinein anhielt: Die britischen Truppen sollen in den vierziger Jahren bis zu einer Viertelmillion Brieftauben zum Einsatz gebracht haben, um gezielt Nachrichten an den Mann zu bringen. Die erste echte technische Errungenschaft auf dem Gebiet der Kommunikation war 1840 die Telegrafie durch Samuel Morse – sie revolutionierte die Verständigung auf langen Strecken. Zwischen dem ersten Telegrafen und unseren modernen Smartphones liegen allerdings noch Welten, obwohl die Zeitspanne zwischen diesen beiden Erfindungen vergleichsweise kurz erscheint.

Heute können wir uns kaum mehr zurückentsinnen, wie der Alltag ohne die bequeme Kommunikation mit dem Smartphone überhaupt organisierbar war. Auch was Spiele angeht, ist das Mobiltelefon nicht mehr wegzudenken. So traf man sich in der Prä-Handy-Ära zum Fußballkicken auf dem Bolzplatz, heute laufen Menschen aller Altersstufen zusammen mit ihren Freunden durch digitale Welten und bekämpfen Monster. Anstatt zu telefonieren, werden Voice-Nachrichten abgesetzt – und den Brettspielabend mit Freunden ersetzt die Handy-App. Die ganze Gesellschaft beamt sich zusammen an einen digitalen Live-Tisch, um gemeinsam dem Croupier bei der Arbeit bei der Arbeit zuzuschauen und im Online Casino mit anderen Spielern ins Gespräch zu kommen. Undenkbar in Zeiten von Brieftaube und Telegrafie! Ganz zu schweigen davon, dass das heutige Internet die gesamte Welt zu einem einzigen Tummelplatz der Kommunikation verbindet. Brieffreundschaften nach Japan oder den USA waren gestern, heute geschieht der Austausch per Facebook, Live-Chat und in thematisch orientierten Foren. Automatische virtuelle Übersetzungen reißen allmählich die noch bestehenden Sprachbarrieren ein. Theoretisch kann jeder mit jedem Kontakt aufnehmen, ganz gleich, wo er wohnt und ob er die Sprache des anderen beherrscht. Filme flimmern nicht mehr programmgemäß über das Display oder stammen aus der Videothek, sie sind online abrufbar, jederzeit und in gigantischer Auswahl.

Von 1946 bis 1992: erstes Handy, erste E-Mail, erste SMS

Das erste "Mobiltelefon" wog übrigens 37 Kilogramm und nahm seinen Dienst 1946 auf. Inwiefern sich ein derart schweres Gerät "mobil" nennen darf, ist an dieser Stelle allerdings fraglich. Immerhin war der Klotz nicht verkabelt, konnte also im Kofferraum eines Autos mit auf Reisen genommen werden. Es handelte sich um den Vorläufer des sogenannten Autotelefons, dessen Weiterentwicklung im Handy und schlussendlich im Smartphone mündete. 1971 schickte ein Mann namens Roy Tomlinson die erste E-Mail von einem Computer auf den anderen; die beiden Geräte standen dabei nur etwa einen Meter voneinander entfernt. Der Inhalt seiner Nachricht ist nicht mehr bekannt, aber was in der ersten SMS im Jahr 1992 stand, weiß man sehr wohl: "Frohe Weihnachten". Diesen netten Gruß erhielt der damalige Vodafone-Chef, der sich sicherlich selten so sehr über einen Gruß gefreut hat wie über diesen.

Am 4. Februar 2004 stellte Marc Zuckerberg seine neue Plattform "Facebook" offiziell vor. Heute nutzen 2,8 Milliarden Menschen FB und die damit zusammenhängenden Dienste wie WhatsApp, Instagram und den FB-Messenger. Jeden Tag aktiv sind davon etwa 1,62 Milliarden User und 140 Unternehmen in aller Welt. Die Umsatzsteigerung von 2018 auf 2019 belief sich auf ganze 28 Prozent. Die sozialen Medien sind nicht mehr nur im Kommen, sondern sie haben sich zu einem nie da gewesenen, weltumspannenden Phänomen gemausert. Dieses Phänomen verbindet buchstäblich alle Ecken der Erde. Die hierüber gesendeten Botschaften werden zwar in den meisten Fällen weder besonders wichtig noch weltverändernd sein, doch das menschliche Leben hat durch sie einen ganz neuen Drive erhalten.

Internet killed the Postcard Star

Viele der bisherigen Kommunikationsmöglichkeiten sind ihnen weitgehend zum Opfer gefallen: Wer verschickt heute noch Urlaubspostkarten, führt lange Telefongespräche oder schreibt analoge Liebesbriefe? Wer sucht im Telefonbuch nach seinen alten Freunden, um nach Jahren den Kontakt durch einen Anruf wieder aufzunehmen? Die Zahl dieser Leute ist sicher verschwindend gering und wird noch weiter abnehmen, bis nichts mehr von der alten Kommunikationstradition übrig bleibt.