In Studenten- und Single-Haushalten kann es schon mal passieren, dass vom Gefrierfach die Schublade nicht mehr aufgeht und man an das eingemachte/eingefrorene nicht mehr herankommt, weil ein dicker fetter Eisblock, der sich über mehrere Jahre aufgebaut hat die Schublade des Gefrierfaches versperrt.
Aber auch in ganz normalen Haushalten ist es ab und zu notwendig, das Gefrierfach des Kühlschranks abzutauen.
Leider haben die meisten keinen alternativen Gefrierschrank oder Gefrierfach zu Verfügung. Und die Winter wo es mal länger unter null Grad Celsius ist, sind selten geworden, so dass man meistens nicht weiß, wie man mit dem Eingefrorenen umgehen soll ohne, dass es auftaut und verdirbt. Auch beim Nachbarn ist selten Platz im Gefrierfach, um es dort zwischenzulagern.
Aus diesem Grund muss es schnell gehen!
Um das ganze Prozedere zu beschleunigen, könnte man sich mit einem Heizluftföhn davorsetzen und den Eisblock direkt anströmen.
Will man nicht die ganze Zeit dabeisitzen, dann kann man mindestens einen Topf oder 2 Töpfe, sofern diese in den Gefrierschrank passen, mit heißem Wasser verwenden. Die Töpfe sollten eine Größe haben, so dass man das Gefrierfach bzw. den Gefrierschrank schließen kann, wenn die Töpfe drinstehen.
Die Töpfe füllt man mit heißem Wasser, welches man am schnellsten mit einem Wasserkocher erzeugt. Am besten die Töpfe möglichst voll machen, damit eine maximale Wärmespeicherung des Wassers hat. Das fast siedende Wasser geben wir in den Topf und schließen dann die Tür des Gefrierfaches. Dadurch kann die Wärme nicht in den Raum entweichen und entfaltet somit Ihre maximale Wirkung.
Bei hartnäckigen Fällen kann man das Wasser auch noch mal austauschen, wenn es sich zu sehr abgekühlt hat, damit es auch immer schön warm oder heiß im Gefrierfach bleibt.
Die Töpfe haben noch den kleinen Nebeneffekt, dass diese das herabtropfende Wasser auffangen, jedoch nur teilweise.
Nach ein paar Experimenten mit Lappen und Küchentüchern bin ich zu der Erkenntnis gelangt, dass man am besten ein saugfähiges Handtuch oder Badetuch verwendet um das Wasser aufzufangen. Man sollte vielleicht nicht sein Lieblingshandtuch verwenden, zumindest kann man danach zur Wäsche legen.
Der Vorteil vom saugfähigen Handtuch ist, dass es das abgetaute Wasser ziemlich gut aufsaugt. Dadurch hat man keine Pfütze in der Küche und das Wasser läuft auch nicht unter den Kühlschrank, wo man im Zweifelsfall gar nicht mehr herankommt. Das Handtuch legt man bis in den Gefrierschrank rein. Durch das Handtuch lässt sich der Gefrierschrank auch noch schließen, wie oben empfohlen, wenn auch nicht ganz dicht.

Wenn viel Eis abzutauen ist, dann muss man das Handtuch ab und zu mal auswringen und dann neu auslegen.
Die Frage bleibt was von den beiden Varianten (Heißluftföhn vs. Heißwasser) schneller geht. Physikalisch ließe sich das in der Theorie bestimmt berechnen. Doch dürfte es schon an den Eingangsparametern scheitern, wie z.B. mit welcher Strömungsgeschwindigkeit bläst der Föhn. Wie heiß und welches Volumen hat das Heißwasserbad. Wie groß sind die Eismassen und wie groß ist das Volumen des Kühlschranks/Gefrierfachs. Man kann versuchen sich qualitativ zu nähern.
Ein Föhn, wie man Ihn als Haartrockner verwendet, wird kaum mehr als 100°C erzeugen, sonst würde es wohl dem Haar nicht guttun. Ein industrieller Föhn zum Entfernen von Lacken oder Anbringen von Schrumpfschläuchen, wir mehrere hundert Grad heiß., was aber ggf. dem Kunststoff des Kühlschranks nicht guttut. Bläst man also mit einem Haartrockner mit einer Temperatur von 100°C hat man den Vorteil, dass man dicht ans Eis ranhalten kann und eine ständige Konvektion erzeugt, wobei die heiße Luft relativ trocken ist. Dies führt zum tauen aber auch zur Sublimation. Die trockene heiße Luft kann viel Feuchtigkeit bis zu ihrer Sättigung aufnehmen.
Das Heißwasserbad hingegen speichert erstmal viel Wärme im Wasser aufgrund der hohen Wärmekapazität von Wasser. Diese Wärme wird langsam an die Luft im Gefrierfach abgegeben. Die erwärmte Luft wird nach oben steigen, wodurch es im Gefrierfach zu einer Luftzirkulation kommt, welche ebenfalls eine Konvektion über das Eis erzeugt, welche jedoch viel geringer ist, als bei einem Föhn. Der Föhn schiebt ständig warme Luft bei konstanter Temperatur und Luftfeuchtigkeit nach, während die durchs Wasserbad erzeugte warme Luft im Wärmeaustausch mit dem Eis steht. Dadurch kühlt sich Luft und Wasserbad langsam ab und der Taueffekt lässt langsam nach. Außerdem erzeugt das Warmwasserbad mit dem Dampf, den es abgibt, eine nahezu 100% gesättigte Luftfeuchtigkeit im Gefrierfach. Somit profitiert man auch nicht vom Effekt der Sublimation.
Aus dieser qualitativen Betrachtung kann man schließen, dass man die Energie fürs Erzeugen von heißem Wasser auch gleich in den Föhn oder Haartrockner stecken kann. Denn bei konstanter Anwendung wir man mit dem Föhn/Haartrockner das Gefrierfach oder den Gefrierschrank wesentlich schneller abgetaut haben.
Beide Methoden vernichten zwar ein bisschen Energie, weil man das heiße Wasser erzeugen muss, oder den Föhn betreiben muss, dafür kann man mit diesen Methoden aber das Gefrierfach oder den Gefrierschrank relativ schnell abtauen. Wie lange es wirklich dauert ist natürlich von der Dicke der Eisschicht abhängig. Darüber hinaus bleibt zu überlegen, ob man die ganze Zeit mit dem Föhne vorm Kühlschrank sitzen möchte oder ob man etwas mehr Zeit hat zum Abtauen und eine wohlige Sauna-Atmosphäre im Gefrierfach schafft.
Das Handtuch oder ein Auffangbehälter für das abgetaute Wasser ist aber immer notwendig, außer man will gleich danach die Küche wischen.
[Datum: 26.12.2025]]