Treppenhausschaltung

"Der Name ist hier Programm!" Wie der Name schon sagt, kommt die Treppenhausschaltung, oft auch Treppenlichtschaltung genannt, vorzugsweise in Treppenhäusern und Fluren, die über mehrere Etagen verlaufen, zum Einsatz. Mit einem bzw. mehreren Tastern, welche über die Etagen des Treppenaufgangs verteilt sind oder verschiedenen Wohnungen zugeordnet sind, schaltet man die Beleuchtung; meist mehrere Leuchten verteilt über den Flur oder Treppenaufgang, ein. Dies funktioniert also erstmal ähnlich wie die Stromstoßschaltung. Im Unterschied dazu wird nach Ablauf einer bestimmten, einstellbaren Zeit die Beleuchtung automatisch wieder abgeschaltet. Dafür kommt ein Treppenhaus-Zeitschalter oder auch Treppenhaus-Automat zum Einsatz. Dieser arbeitet, wie das Stromstoßrelais, über einen elektromagnetischen Schalter. Die Zeitsteuerung übernehmen im Treppenhausautomat heutzutage meist elektronische Komponenten, wie z.B. einstellbare RC-Glieder, oder digitalisierte Komponenten.
Früher kamen noch pneumatische Zeitschalter mit Quecksilberröhrchen als Schaltkontakt zum Einsatz. Wem so etwas noch unterkommt, muss auf die vorgegebene Einbaulage achten.

Im Installationsplan oder Übersichtsschaltplan werden die Taster mit folgenden Schaltsymbol dargestellt.

Schaltsymbol eines Tasters im Installationsplan oder Übersichtsschaltplan

Für die Treppenhausschaltung gibt es zwei Verlegevarianten in Vierleiter- oder in Dreileiterschaltung.

Treppenlichtschaltung in Vierleiterschaltung

Im nachfolgenden Stromlaufplan ist der Steuerstromkreis mit den Tastern rot gekennzeichnet. Arbeitsstromkreis und Steuerstromkreis arbeiten mit 230V AC. Durch Betätigen des Taster wird innerhalb des Treppenhaus-Automaten über den Stromstoß das Relais betätigt und der Arbeitsstromkreis, also die Beleuchtung zugeschaltet und die Zeit für das Abschalten gestartet. Der Vorteil der Vierleiterschaltung gegenüber der Dreileiterschaltung ist, dass ein Nachschalten möglich ist. Dass heißt, man kann zwischendurch wieder einen Taster betätigen und die Abschaltzeit beginnt von neuem an abzulaufen.

Stromlaufplan der Treppenhausschaltung für Vierleiterverlegung

Das nachfolgende Bild zeigt eine mögliche Verlegevariante. Hier sieht man auch, dass für diese Schaltung genau 4-Leiter benötigt werden bzw. 5 Leiter mit Schutzleiter. Ob separate Abzweigdosen zum Einsatz kommen oder man innerhalb der Taster klemmt, ist eine Frage der Ausführung. Man sieht dass es bei der Vierleiterschaltung theoretisch möglich ist unterhalb der Taster auch eine Steckdose zu installieren, um z.B. Reinigungskräften oder Handwerkern eine Möglichkeit zu bieten eine Staubsauger, Werkzeuge o.ä. anzuschließen. Oft befinden sich solche Wartungssteckdosen aber hinter einem verschließbaren Schrank in öffentlichen Fluren, um keine "Herausforderung" und Gefahr für z.B. spielende Kinder darzustellen.

Installations- und Verlegeplan der Treppenlichtschaltung in Vierleiterschaltung

Treppenhausschaltung in Dreileiterschaltung

Auch hier wird über den roten Steuerstromkreis über einen Stromimpuls ausgelöst durch einen der Taster der Arbeitsstromkreis geschaltet und die Abschaltzeit läuft los. Wie man am Stromlaufplan und Verlegeplan sieht, ist der Vorteil der Dreileiterschaltung, dass man ein 4-adriges Installationskabel verwenden kann. Schaut man sich den Stromlaufplan genau an, erkennt man, dass der Nachteil dieser Schaltung darin besteht, dass ein Nachschalten nicht möglich ist. Man kann die Beleuchtung erst wieder einschalten nachdem die Abschaltzeit abgelaufen ist und die Versorgungsspannung auf den Steuerstromkreis (Kontakt 2) durchgeschaltet ist.

Stromlaufplan der Treppenhausschaltung für Dreileiterverlegung

Das nachfolgende Bild zeigt einen möglichen Installations-/Verlegeplan für die Dreileiterschaltung. Hier können keine Steckdosen mit angeschlossen werden, da der L-Leiter nicht mitgeführt wird.

Installations- und Verlegeplan der Treppenlichtschaltung in Dreileiterschaltung

Treppenhaus-Automat

Das nachfolgende Bild zeigt beispielhaft einen Treppenhaus-Zeitschalter von ABB für die Installation auf Hutschiene. Die meisten Treppenhausautomaten besitzen einen separaten Schalter, in den vorangegangenen Bildern als Q1 bezeichnet, mit welchem sich das Licht auch dauerhaft einschalten lässt, z.B. wenn ein Umzug ansteht damit das Licht nicht ausgeht, wenn man mit der Waschmaschine gerade die Treppe hinunter geht.

Produktbild Treppenhausautomat

Hinweis: Anschluss und Montage von Wechselschaltungen dürfen nur durch eine Elektrofachkraft durchgeführt werden.

Ausschaltung
Serienschaltung
Wechselschaltung
Kreuzschaltung
Gruppenschaltung
Stromstoßschaltung

[Datum: 10.12.2017]